Geschichte

GESCHICHTE DER SZÁZADVÉG POLITISCHEN SCHULE STIFTUNG

Die Századvég Politische Schule Stiftung ist in ihrer gegenwärtigen Form seit 1993 tätig, die Geschichte der Entstehung der Organisation reicht aber bis zum Jahr 1985, bis zur Gründung der Zeitschrift Századvég zurück. Die Századvég ist eine wichtige gesellschaftswissenschaftliche Zeitschrift der Zeit. Die junge Gründergeneration der Zeitschrift hat die Ereignisse der ungarischen Wende miterlebt und eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des demokratischen Rechtsstaates gespielt. Neben der Herausgabe von Zeitschriften wurden durch die Organisation anfänglich auch Mangel abhelfende politik- und gesellschaftswissenschaftliche Werke bzw. Lehrbücher veröffentlicht. Dieser Verlag war jedoch kein Teil der Stiftung. Später war der Verlag unter dem Namen Osiris-Századvég tätig, der der Vorgänger des heutigen Osiris Verlages, eines der bedeutendsten Verlage von Ungarn, war. Der Századvég Verlag nahm seine Tätigkeit im Jahre 1996 wieder auf - diesmal bereits im Rahmen der Stiftung -, wobei er seiner Orientierung treu blieb. Der Verlag beschäftigt sich auch noch heute mit der Herausgabe von Büchern, Lehrbüchern und Zeitschriften, welche die wesentlichen politischen und gesellschaftswissenschaftlichen Fragen ansprechen.

Die Századvég Politische Schule nahm ihre Tätigkeit im Jahre 1991 auf und wurde als - unter den damaligen Verhältnissen einzigartig geltende -"Schule der Toleranz" bekannt, die sich mit der Ausbildung von politischen Experten beschäftigte. Die ursprünglich einjährige, und ab 1994 akkreditierte zweijährige Ausbildung gehörte damals formal zu der postgradualen Fakultät der Budapester Wirtschaftsuniversität, aber inhaltlich baute sie sich auf die früheren Tätigkeiten und Erfahrungen der Századvég Politischen Schule auf. Die Studierenden kommen primär aus den politischen Parteien, der öffentlichen Verwaltung, den Interessenvertretungen, den Organisation von Minderheiten, den Zivilorganisationen sowie aus den Print- und elektronischen Medien. Die Schule verfügt heute bereits über mehr als 100 Absolventen, die zu der Gestaltung der politischen Kultur der jungen Demokratien einen wesentlichen Beitrag leisten.

Neben diesen zwei Bereichen wurde 1996 das die Forschungstätigkeiten der Stiftung verrichtende Forschungsinstitut Századvég Zentrum für Politische Analysen gegründet, das anfänglich auf den Forschungsgebieten Wählerverhalten, Parteipräferenzen, Regierungspolitik bzw. Zivilorganisationen und Jugendprobleme tätig war.

Aufgrund der Zusammenlegung der Schulungs-, Forschungs- und Verlagstätigkeiten kann die Stiftung ab 1995 als Think-Tank-Organisation bezeichnet werden. Die Übernahme der bewussten Think-Tank-Rolle wurde für das ungarische öffentliche Leben jedoch erst in den vergangenen Jahren eindeutig.

Bei der Ausbildung der bewussten Think-Tank-Tätigkeit spielte vor allem der US-amerikanische Aufenthalt des Vorstandsvorsitzenden, István Stumpf (1991 und zwischen 1992-1993 als Stipendiat) eine wichtige Rolle, wobei er sich einen Einblick in die Tätigkeiten von bedeutenden Institutionen, wie z. B. der John Kennedy School of Government, der Graduate School of Political Management oder der Brookings Institution verschaffen konnte.

Daneben ist auch jene Tatsache von Bedeutung, dass 1995 die mit Tárki gemeinsam durchgeführte Wahlforschung begann. Die wichtigsten Ergebnisse der Forschung wurden vom Zentrum der Politischen Analysen regelmäßig veröffentlicht, und 1997 wurde mit der Regierungsforschung begonnen. Die wichtigste Zielsetzung des Forschungsprogramms mit dem Titel "Regierung 2000" war die Ausarbeitung der auf gemeinpolitischen Analysen beruhenden fachlichen Vorschläge für eine effektive und fachgerechte Regierung, welche die Bedingungen des EU-Beitritts von Ungarn erschafft. Der Zweck der Forschung bestand darin, als Grundlage für die erforderlichen Schritte zu dienen. Die Forschung hat den damaligen Zustand der Regierung erfasst, die strukturellen und inhaltlichen Probleme analysiert und vorgeführt, sowie die Vorschläge bezüglich der strukturellen Umgestaltungen und gleichzeitig die inhaltlichen Vorteile der im Interesse des Wohls der Gesellschaft funktionierenden Regierung verfasst. In diesem Zeitraum hat die Stiftung mehrere bedeutende Konferenzen veranstaltet (z. B. Wahlen '94, Die Lage der Rechtsstaatlichkeit in Ungarn, oder Fernsehen und Wahlen), an denen namhaften Vortragende ihre Vorträge gehalten haben, wie z. B. György Csepeli, Ferenc Gazsó, Csaba Gombár, László Kéri, László Sólyom, István Schlett, György Baló oder Ádám Levendel.

In dem danach folgenden Zeitraum haben alle Teilbereiche ihre Tätigkeiten erweitert, und 2002 hat die Stiftung ihre Buchserie über die Bewertung der Regierung gestartet. Der erste Band (In der Strömung von Versprechungen. Das erste Jahr der Medgyessy-Regierung) enthält die Analyse der Ereignissen und Tätigkeiten des ersten Jahres der Regierungskoalition. Mit diesem Band hat die Stiftung eine Publikation veröffentlicht, welche die Ergebnisse der wissenschaftlichen Analysen allgemein verständlich erklärt und gleichzeitig auch für die Laien leicht konsumierbar ist. Diese umfassende Analyse ist eine Arbeit, die die Think-Tank-Rolle der Századvég bereits auch für die öffentliche Meinung eindeutig machte. Die weiteren Teile der Buchserie haben die folgenden Titel: Die verpfändete Zukunft, Das zweite Jahr der Medgyessy-Regierung, Der Sturz der Wohlstands-Wende, Das erste Jahr der Gyurcsány-Regierung.

2004 wurde die Századvég Zivilakademie gegründet, die für die von der Stiftung ausgeübten, auf den Zivilsektor gerichteten Forschungstätigkeiten einen Rahmen bietet und für die Vertreter des Zivilsektors Schulungen sichert. Die Stiftung wurde 2005 mit der Gründung der Verwaltungsakademie erweitert, die als Fachforum für die die Erneuerung und Entwicklung der ungarischen Verwaltung erzielenden Vorstellungen tätig ist.